Absteigen und schieben, wenn dir eine Kreuzung nicht geheuer ist

Landschaftsillustration

Nicht jede Kreuzung fühlt sich gleich an. Manche sind eng, unübersichtlich oder einfach zu belebt für den Moment. Dann kann es sein, dass du dich auf dem Sattel unwohl fühlst und lieber langsamer machen möchtest. Es ist völlig in Ordnung, in solchen Fällen abzusteigen und das Velo zu schieben. Das ist kein Zeichen von Unsicherheit im schlechten Sinn, sondern von einem guten Gespür für die Situation.

Schieben als gute Entscheidung

Wer geht, hat mehr Zeit, sich umzusehen. Du kannst Fahrzeuge beobachten, den Verkehr auf dich wirken lassen und in Ruhe einen guten Moment wählen. Das Velo neben dir gibt dir Halt, und du bist beweglicher, falls du plötzlich stehen bleiben oder ausweichen möchtest. Viele erfahrene Velofahrerinnen und Velofahrer machen das an schwierigen Stellen genauso, ohne sich etwas dabei zu denken.

Steige rechtzeitig ab, nicht erst mitten auf der Kreuzung. So musst du nicht hastig bremsen oder abrupt anhalten, und die anderen sehen, was du vorhast. Suche, wenn möglich, den Blick der Menschen in den Fahrzeugen und bedanke dich mit einem Nicken, wenn sie dich passieren lassen. Bleibe ruhig und gehe gleichmässig, ohne zu rennen. Halte dich an die Regeln, die dort gelten, wo du unterwegs bist.

Wenn du dich an einer Stelle immer wieder unwohl fühlst, plane deine Route neu. Vielleicht gibt es einen ruhigeren Weg, der ein wenig länger ist, aber deutlich entspannter. Oder du übst die Stelle an einem ruhigen Sonntag, wenn wenig Verkehr ist, und gewöhnst dich Schritt für Schritt daran. Es ist keine Schande, die eigene Route so zu wählen, dass sie sich gut anfühlt und zu dir passt.

Auch Kinder dürfen lernen, dass Absteigen etwas Kluges ist. Zeige ihnen, wie du es machst, und sage es ruhig laut, zum Beispiel dass es dir an dieser Stelle zu eng ist und du deshalb absteigst. Wenn sie sehen, dass Erwachsene das tun, schämen sie sich nicht, es auch zu tun. Nach der Kreuzung kannst du wieder aufsteigen und weiterfahren, sobald du dich bereit fühlst. Ein kurzer Halt kostet fast nichts und schenkt viel Ruhe. Das ist keine Niederlage, sondern gute Vorbereitung auf die nächste Fahrt.