In vielen Städten gehören Straßenbahnschienen zum täglichen Weg. Wer nur selten darüberfährt, spürt oft ein kleines Unbehagen, denn die Rillen sind schmal, das Metall kann glatt sein, und man möchte nichts falsch machen. Dieses Gefühl ist völlig normal. Mit etwas Vorbereitung und einer ruhigen Haltung lassen sich Schienen aber gut meistern, und nach ein paar Übergängen fühlt es sich schon viel vertrauter an.
Ruhig, gerade und mit Gefühl
Das Wichtigste ist, die Schienen möglichst nicht in einem sehr spitzen Winkel zu queren. Fährst du fast parallel zur Schiene, kann sich ein schmales Rad in der Rille verfangen. Steuere deshalb rechtzeitig so, dass du die Schienen in einem großen Winkel überquerst, am besten beinahe im rechten. Kündige dein Manöver mit einem klaren Handzeichen an und schaue vorher nach hinten, damit niemand von deiner Bewegung überrascht wird. Ein klarer Winkel und ein ruhiger Lenker sind meistens schon die halbe Lösung.
Auf den Schienen selbst solltest du weder bremsen noch stark lenken. Nimm die Geschwindigkeit vorher etwas zurück, halte den Lenker locker und den Blick nach vorn, nicht auf das Metall. Bei Nässe oder nassem Laub sind Schienen besonders glatt. Dann lohnt es sich, noch langsamer zu werden und mehr Abstand zu den anderen zu halten, damit du im Notfall genug Platz zum Ausweichen hast.
Denke auch daran, dass eine Straßenbahn nicht ausweichen kann und länger braucht, um anzuhalten. Plane deshalb genug Zeit ein, wenn du in der Nähe eines Gleises bist, und drängle dich nicht knapp vor einer Bahn hindurch. Einen Moment zu warten kostet fast nichts. Wenn du dich an einer Stelle unsicher fühlst, steige ab und schiebe das Rad in einem passenden Winkel über die Gleise. Das ist keine Schande, sondern gesunder Menschenverstand.
Bist du neu in einer Stadt mit Straßenbahn, beobachte zuerst, wie andere Radfahrende die Schienen queren, und probiere es dann zu einer ruhigen Tageszeit selbst aus. Halte dich an die Regeln, die dort gelten, wo du fährst, und lass dir Zeit. Mit jeder Überquerung wächst dein Vertrauen, und irgendwann denkst du kaum noch darüber nach, weil dein Körper genau weiß, was zu tun ist.